Category Archives: Bildungsarbeit

Debanking stoppen

Der Verlust des Bankkontos stellt für Organisationen wie die Rote Hilfe e.V. und das Anarchist Black Cross Dresden eine existenzielle Bedrohung dar. Ohne Konto wird ihre politische und zivilgesellschaftliche Teilhabe stark eingeschränkt. Die Entscheidung der Bank basiert auf einer administrativen Risikoabwägung, was wir ablehnen. Die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen haben sich verändert, nicht die Ziele dieser Organisationen. Diese Maßnahmen verschärfen das Problem der Delegitimierung demokratischer Gruppen. Die GLS Gemeinschaftsbank wird aufgefordert, die Geschäftsbeziehungen fortzuführen und die Gespräche zur Lösung des Problems aktiv fortzusetzen, um zivilgesellschaftliche Initiativen zu unterstützen. Die debanking-Vernetzung hat eine aktive regionale Gruppe in Siegen:

Website: https://debankingstoppen.de/
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Instagram: https://www.instagram.com/debankingstoppen

Initiative Grüne Gewerke verurteilt Kontokündigungen bei linken Organisationen

Quelle: Im Dezember kündigten Banken wie GLS und Deutsche Bank Konten linker Organisationen, darunter Umweltgruppen und die Rote Hilfe. Dies geschah offenbar unter Druck der Trump-Regierung. Die IGG FAU verurteilt diesen Angriff auf die humanistische Opposition in Deutschland. Innerhalb kurzer Zeit begannen mehrere Banken, Konten von linken Organisationen und Einzelpersonen zu schließen. Die Hintergründe bleiben unklar, aber Journalist:innen vermuten politische Vorgaben der Trump-Administration. Wolf Meyer von der IGG warnt vor einem Rechtsruck und betont, dass dieser Angriff auf die Koalitionsfreiheit in Deutschland eine massive Bedrohung darstellt. Proteste wurden bereits von Tausenden organisiert.

Debanking – Angriff auf die Solidaritätsarbeit vom Anarchist Black Cross Dresden

Quelle: Die GLS Bank hat ohne Vorankündigung das Konto des Anarchist Black Cross Dresden und eines damit verbundenen Privatkontos gekündigt, ohne Gründe anzugeben. Diese Entscheidung könnte mit der aktivistischen Arbeit des Vereins zusammenhängen, der seit Jahren Spenden für politische Gefangene in Deutschland, Belarus und Russland sammelt. Zudem leistet er humanitäre Hilfe in der Ukraine, was möglicherweise politisch motiviert ist.

Das Debanking betrifft nicht nur den Verein, sondern zeigt ein größeres Muster von Bankkündigungen gegen linke und antifaschistische Organisationen in Deutschland. Auch andere Banken wie die Ethikbank und die ING verweigerten Kontoeröffnungen für den Verein. Dies deutet auf eine politische Agenda hin, die versuchen könnte, progressive Strukturen zu unterdrücken.

Die aktuelle Situation ist ein Angriff auf die linke Infrastruktur, der in einen breiteren Kontext von Repressionen gegen antifaschistische Bewegungen eingeordnet werden kann. Das Anarchist Black Cross sieht die Entwicklungen als Erfolg für rechtsextreme Kräfte, die progressive Politik unterdrücken wollen. Aktuell pausiert die Solidaritätsarbeit des Vereins, und Spenden sollten nicht auf das betroffene Konto überwiesen werden.

Pressespiegel Stand 2025-12-31

Klima, Tech-Konzerne, Überwachung, Blockkonflikte: Revolution im Kollaps?

Ein Vortrag über das Ende des Holozäns, die Klimakatastrophe, den Niedergang der westlichen Staaten, die finale Krise des Kapitalismus, die Gefahr von Block-Konfrontationen, Pandemien, Atomkrieg und Völkermorden. Es sieht verdammt schlecht aus. Kann mensch da noch über Hoffnungen auf eine gerechtere Gesellschaftsordnung sprechen?

Wolf Meyer, Gemüsegärtner, Gewerkschafter und Autor meint: Unsere einzige Chance als Menschheit ist eine Revolution für das Leben.

Anarchosyndikalismus in zehn Sätzen

Der Syndikalismusforscher Helge Döhring hielt am 29.11. eine Vortrag über „Frauen im Anarcho-Syndikalismus am 29.11.2025„. In der anschließenden Diskussionsrunde ist er herausgefordert worden, den Anarchosyndikalismus in wenigen Sätzen zu beschreiben. Er antworte, er könne dies in zehn Sätzen machen.

Hier die zehn Sätze, auch als Audiodatei.


Anarchosyndikalismus ist eine internationale, sozialistische Arbeiterbewegung.

Sie hat zum Ziel eine freie Gesellschaft in allen Lebensbereichen auf drei Ebenen:

  1. Ökonomie. Sozialisierung der Wirtschaft und der Betriebe durch eine soziale Revolution.
  2. Politik. Die Schaffung einer föderalistisch verfassten Gesellschaft in ihrer Entscheidungsform, in ihrer Exekutive, in ihrer Judikative und so weiter und dadurch Ablösung des politischen Zentralismus.
  3. Kultur. Die Schaffung einer Gesellschaft gegenseitiger Hilfe statt Konkurrenz und Machtprinzip.

Durchführung durch einen sozialen Generalstreik mit revolutionären Mitteln der direkten Aktion und Überführung der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft in eine, und jetzt schließt sich der Kreis, freie föderalistische Gesellschaft mit Bedürfnis gerechter Produktion.

Das ist Anarchosyndikalismus.


Frage an die Lesenden: Bist du der Meinung, dass er es gut getroffen hat? Wenn du mehr zu dem Thema wissen möchtest, wende dich an uns!

Feministische Aktionswochen 2025

Auch dieses Jahr organisiert der Intellektuelle Fotzenclub die feministischen Aktionswochen. Wir bedanken uns bei allen Personen, die diese Wochen ermöglichen und unterstützen.

Dieses Jahr fand auch wieder das KiBuLe in diesem Rahmen mit feministischen Kindergeschichten statt. Ebenso gab es eine Rede von der FAU Siegen.

Kein Gott! Kein Staat! Kein Patriarchat!


Rede für die Demo des Intellektuellen Fotzenclub am 08.03.2025

Nennt mich Fabian Zwei, ich halte jetzt eine kurze Rede für unsere „Freie Arbeiter:innen Union“, kurz „FAU.“ Danke an Christiane und Lena für ihre Hilfe, die Rede vorzubereiten. Zuerst stelle ich euch einen berühmten Demospruch vor, den ihr sicherlich alle kennt. Im Hauptteil gehe ich auf den Demospruch ein. Spoiler: Es geht um Patriarchat und Reproduktionsarbeit. Als Schluss und Ausblick spreche ich über die „Organisierte Männlichkeitskritik“, kurz „OMK“.

Einleitung

Wer kennt diesen Demospruch?: „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!“
„Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!“ ist ein Klassiker für Anarchistinnen und Anarchisten.
„Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“ ist mein Lieblingsspruch.

Hauptteil

Patriarchat

Warum kommt „Patriarchat“ zum Schluss? Das ist mein einziger Kritikpunkt.

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Ich folge da den Erkenntnissen der kurdischen Frauenbewegung. Und die kurdische Frauenbewegung stellt fest: Das Patriarchat ist die Wurzel allen Übels. Erst nachdem die Gesellschaft es schändlicher Weise für moralisch in Ordnung fand, die Frau zu unterdrücken, erst dann war die Gesellschaft bereit für weitere unmoralische Schandtaten, Ausbeuteung, Ekelhaftes und Gesellschaftsformen der Unterdrückung.

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Drei Beispiele für patriarchales Übel:

  1. Ein angeblich allmächtiger und männlicher Gott (eigener Zwischenruf: Pfui!)
  2. Ein autoritärer, gesichtsloser Staat, der privates Eigentum und Sicherung finanzieller Ungleichheit über das Wohl aller und das gute Leben für alle stellt (eigener Zwischenruf: Pfui!!)
  3. Ein unterdrückender Kapitalismus, eine Knochenmaschine, der die Umwelt frisst, der die Menschen frisst, der unsere Kinder frisst (eigener Zwischenruf: Pfui!!)

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

In dem wir uns vorschreiben lassen, was eine Frau ist und wie sie zu leben hat, beugen wir uns patriarchalem Übel. Wollen wir das? (eigener Zwischenruf: Nein!)

In dem wir uns vorschreiben lassen, was ein Mann ist und wie er zu leben hat, beugen wir uns patriarchalem Übel. Wollen wir das? (eigener Zwischenruf: Nein!)

In dem wir uns vorschreiben lassen, das es nur diese beiden Geschlechter gibt, beugen wir uns dem patriarchalem Übel. Wollen wir das? (eigener Zwischenruf: Nein!)

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Die Befreiung der Frau bedeutet auch die Befreiung des Mannes von seinem toxischen Verhalten. Es bedeutet die Befreiung aller Geschlechter.

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Wir, die „Freie Arbeiter:innen Union“, kurz „FAU“, wir sind nicht eine Gewerkschaft, die ihren Kampf nur auf den Arbeitsplatz beschränkt.

Wir sind Syndikalistinnen und Syndikalisten und unsere Kämpfe kennen viele Orte. Neben dem Arbeitsplatz auch den Ort der Reproduktionsarbeit. Auf Reproduktionsarbeit gehe ich gleich gesondert ein.

Wir sind Anarchosyndikalistinnen und Anarchosyndikalisten, weil wir für unsere Kämpfe und unsere Gesellschaft die freiheitliche Organisierungsform von unten nach oben, die Selbstverwaltung, die Ordnung des Anarchismus wählen. „Kein Gott! kein Staat!“

Wir sind Anarch_A_syndikalistinnen und Anarch_A_syndikalisten, weil es keinen Weg zur freie Gesellschaft gibt ohne die befreite Frau und ohne die befreiten Geschlechter. „Kein Gott! Kein Staat! Kein Patriarchat!“

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Reproduktionsarbeit

Zur Reproduktionsarbeit: Warum liegt in 2025 die Reproduktionsarbeit immer noch zu großen Teilen bei der Frau? Wieso muss sie die meiste Mentalload tragen, von Geburtstagsterminen erinnern bis Wäsche aufhängen? Alle wollen die Welt verbessern, aber keiner hilft Mama beim Spülen.

Warum ist das so? Das ist doch Scheiße!

Würde sich das ändern, wenn Frauen das selbe bezahlt bekämen, wie die Männer?

Warum ist das so? Das ist doch Scheiße!

Mehr Frauen sind von Altersarmut betroffen als Männer.

Warum ist das so? Das ist doch Scheiße!

Kurz zur Kinderbetreuung: Wenn sich liebende Eltern beide arbeiten und ihre Urlaubstage zusammen legen, dann kommen sie vielleicht auf 60, vielleicht auf 70 Tage. Die Schulferien ihrer Kinder im Jahr sind bereits 60 Tage, 70 mit den beweglichen Feiertagen. Da lieben sich also zwei Menschen und wollen Kinder und dann ist die Arbeitswelt so gestellt, dass Eltern allen Urlaub aufbrauchen, für die Ferien ihrer Kinder, aber nicht füreinander. Wie soll denn da die Liebe fortbestehen?

Warum ist das so? Das ist doch Scheiße!

Alles scheiße!

Schlussteil

Schlussendlich ist es auch Scheiße, dass ich, ein cis-Mann, hier auf der Bühne stehe.

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Wir, die Freie Arbeiter:innne Union, kurz FAU,…

Wir sind Anarchistinnnen und Anarchisten, die lieber etwas tun als gar nichts tun. Zu versuchen, das Leben nach der Revolution schon heute im Alltag zu verankern, das ist Direkte Aktion.

Wir sind Anarchosyndikalistinnen und Anarchosyndikalisten, die lieber das Falsche tun und daraus lernen, als gar nichts tun.

Wir sind Anarchasyndikalistinnen und Anarchasyndikalisten, und mit etwas tun meinen wir gemeinsam einen Plan schmieden, eingestehen, wo wir nicht weiter kommen und um Hilfe bitten. Natürlich auch Austauschen und Nachdenken. Verbesserungen umzusetzen, wo sie notwendig sind.

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Cis-Männer, wie ich, wir müssen unsere Verhaltensart und unsere Sprechart untersuchen und verändern, damit wir Anderen nicht auf den Sack gehen oder ihnen noch Schlimmeres antun.

Cis-Männer, wie ich, wir müssen ganz bestimmt keine weitere FLINTA-Gruppen aufmachen, die wiederum weitere Schutzräume für FLINTA-Personen aufbauen.

Cis-Männer, wie ich, wir sollen stattdessen dafür Sorge tragen, dass in den eigenen Betrieben und Nachbarschaften respektvoll und friedfertig mit allen Menschen umgegangen wird.

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Mit diesem Vorgehen in der Hand und dem Ziel vor Augen „Kein Gott! Kein Staat! Kein Patriarchat!“ sind bereits „Organisierte Männlichkeitskritik“ Gruppen, kurz OMKs, entstanden.

Cis-Männer können verinnerlichte sexistische Kackscheiße nicht alleine überwinden. Sie brauchen den Austausch, das Nachdenken und die Korrektur auch in einer profeministischen OMK-Gruppe.

OMK-Gruppen können nicht einfach entscheiden, dass sie etwas fertig überwunden haben, sie müssen Offenheit und Rechenschaft über ihre Methoden und Arbeitsergebnisse vor FLINTA-Gruppen ablegen.

Diese Strukturen müssen stetig, organisiert, sichtbar und ansprechbar sein. Der nächste Übergriff der schäbigen rape culture kommt bestimmt. Und dann heißt es, nicht das Rad neu erfinden, sondern Betroffenensolidarität leben und handeln.

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Cis-Männer, wie ich, wie fühlt es sich an, vor dem besten Freund zu stehen und ihm zu sagen, dass sein Verhalten echt mies war und das unsere Freundschaft verloren ist, wenn er nicht sofort mit seiner intensiven Täterarbeit anfängt?

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Cis-Männer, wie ich, wie fühlt es sich an, vom Vater, vom Bruder, vom besten Freund unter Tränen in die Arme genommen zu werden, um uns anzuhören, und zu spüren, dass unser eigenes Verhalten absolut massiv für den Arsch war? Dass sich diese, uns liebende Menschen sich, enttäuscht und in Ekel, von uns abwenden werden, wenn wir nicht sofort anfangen nachzudenken und intensiv an unserem Verhalten zu arbeiten?

Wir haben keine Angst vor Sexisten!

Vielen Dank!

„Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!“

Jane McAlevey ist verstorben

Leider ist Jane am Sonntag, den 7. Juli im Alter von nur 59 Jahren nach einem langen Kampf gegen ihre unheilbare Krebserkrankung gestorben.

Jane ist uns, der FAU Siegen, gut bekannt, von ihr lernten wir die theoretische Grundlage des Organizings und profitierten von ihren vielen Erfahrungen für die Durchführung des Arbeitskampfes in den Betrieben, Schulen, Nachbarschaften und einfach überall. Wir sind voller Trauer und dennoch dankbar für ihre Methoden des Organizings, die wir in unseren Alltag übernehmen und in denen wir uns gegenseitig weiter ausbilden.

Janes Ziel des „Deep Organizings“ ist der Aufbau betrieblicher, gewerkschaftlicher Mehrheiten. Wir Arbeiter:innen, Schüler:innen und Nachbar:innen verschaffen uns dabei klare, oft lebensverändernde Forderungen und bestimmen und gestalten jeden Schritt der darauf folgenden Auseinandersetzungen.

Zentrales Mittel sind die „1:1-Gespräche“, mit denen wir Kolleg:innen gewinnen, das Finden der „Organic Leaders“ und das Durchführen von „Stärketests“. So bauen wir kollektive Handlungsfähigkeit aus unserer Basis heraus auf. Organisiert nutzen wir strategische Zeitfenster, in denen es hohe gesellschaftliche Aufmerksamkeit gibt, um in großer Mehrheit zu streiken, unsere selbstorganisatorische Macht zu entfalten und die Gegenseite in eine Krise zu stürzen. In den anschließenden Verhandlungen bleiben wir engagiert, stellen unsere Forderungen selber auf und bringen uns weiterhin ein.

Jane lässt uns in ihren Büchern an ihrer praktischen Erfahrung, bewährten Methoden und geistigen Überbau teilhaben. Vor Allem aus diesen Büchern kennen wir sie in der FAU Siegen.

Janes Arbeit wird ihren Tod überdauern. Die vielen Organizer:innen, die sie selber ausgebildet hat und die sich durch ihre Werke ausbilden, werden ihre Methoden weitertragen und ihre Arbeit fortführen. Wir alle werden dazu beitragen, die Gewerkschafts- und Arbeiter:innenbewegung und irgendwann auch die ganze Welt zu transformieren.

Nach einem Moment des Gedenkens stellen wir hier abschließend weiterführende Verweise zu Janes Arbeit vor.


Gartentreffen am 08.05.2024 18 Uhr

Die FAU Siegen lädt alle Interessierte, Sympis, Freund:innen und Genoss:innen zu einem gemeinschaftlichen Gartenabend am 8. Mai 2024 um 18 Uhr ein.

An dem Abend wollen wir uns gemütlich Kennenlernen, Grillen und auf die Befreiung vom Nationalsozialismus anstoßen. Wie gewohnt tauschen wir uns auch über unsere Arbeitsbedingungen, Gewerkschaftsarbeit und den Weg der sozialen Revoltion aus.

Du bist interessiert? Dann komm’ gerne vorbei – Wir freuen uns auf dich! 🌻

Den FAU Garten erreicht man gut, indem man vom Lidl der Frankfurter Straße aus die Melanchthonstraße hochläuft und dann den Weg in den Wald folgt. Eine kleine Bildersammlung aus dem Garten gibt es hier.


Wenn dich gemeinsame Ausflüge und Diskussionen interessieren, bist du gerne zur Teilnahme eingeladen. Als Mitglied kannst du gemeinsam mit uns solche Veranstaltungen planen und durchführen und dich so für das Gute Leben für alle einsetzen.

Kontaktiere uns unter: fausi(minus)kontakt(A)fau(punkt)org

Gemeinsames Wandern am 30.03.2024

Wie hier angekündigt und persönlich eingeladen, fand am Samstag, den 30.03.2024, ab 10 Uhr eine gemeinsame Wanderung in Wissen statt.

Es nahmen 18 Personen aus Siegen und Koblenz teil, die Alterspanne reichte von 1 1/2 bis 80 1/2 Jahren!

Der 8 km lange Wanderweg erwies sich stellenweise als eng und/oder schlammig, sodass manche Hindernisse gemeinsam überwunden werden mussten. Gerade das gemeinsame Ziehen und Tragen des Bollerwagens stellte sich als Teambildungsmaßnahme heraus. Nachträglich vielen Dank! Nicht weniger spannend waren die vielen unterschiedlichen Gespräche zur System- und Staatskritik, Reformen und Revolutionen, Arbeitskämpfe und Nachbarschaftsaufbauten.

Die Pausen am Wanderparkplatz des Auenlandwegs und im Schloß Schönstein werden uns lange in Erinnerung bleiben.


Wenn dich gemeinsame Ausflüge und Diskussionen interessieren, bist du gerne zur Teilnahme eingeladen. Als Mitglied kannst du gemeinsam mit uns solche Veranstaltungen planen und durchführen und dich so für das Gute Leben für alle einsetzen.

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Gedenken an unseren Friedrich Flender vor der Hardt

In Weidenau fand für „unseren“ Friedrich Flender vor der Hardt eine Kranzniederlegung statt. Die teilnehmenden Genossinnen und Genossen berichteten von einer angenehmen und interessanten Veranstaltung.

Sie fand am Dienstag, den 26.03.2024 von 19 bis 20 Uhr statt. Der Ort war sein Denkmal auf dem Friedrich Flender Platz. Nachbarn hatten einen kleinen Blumenkranz, eine kleine Grabkerze, eine Rede und ein paar Getränke organisiert.

Der Bitte der Organisierenden die vorgetragene Rede hier zu veröffentlichen, kommen wir gerne nach. Nachbarn haben weitere Übersetzungen eingereicht: Türkisch.

Rede

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
Genossinnen und Genossen,
Freundinnen und Freunde,
liebe Anwesende,

ich freue mich sehr, dass ihr heute Abend mit mir hier seid.

Eine gute Rede besteht aus einer Begrüßung, einem Hauptteil und einem Schluss.

Um die Begrüßung abzuschließen und bevor ich auf den Hauptteil komme, erkläre ich kurz den weiteren Verlauf dieser Veranstaltung:
Nach meiner kurzen Rede zu unserem Friedrich Flender vor der Hardt wird ein Kranz niedergelegt und eine Kerze in seinem Gedenken angezündet. Nach kurzem Schweigen, lade ich euch ein, mit mir eine Kleinigkeit zu trinken und den Abend ausklingen zu lassen

Wer war Friedrich Flender vor der Hardt?

Nun, er war sicherlich einer von uns.

Am 30. März 1674 in „vor der Hardt“ geboren, grob hier in der Nähe unweit der Hüttengemeinschaft „Hardt“. Damals gab es hier keinen gewachsenen Ortsteil Weidenau, sondern sieben, eigenständige, lose vernetzte Hüttengemeinden, eine davon hieß eben „Hardt“.

Er wuchs er auf um ein Siegerländer Hammerschmied zu werden, wie sein Vater Hans Henrich Flender vor der Hardt auch einer war. Seine Mutter hieß Anna Katarina und ähnlich wie seine Mutter hieß auch seine Frau, Katarina. Katarina und Friedrich hatten drei Kinder.

Unser Friedrich war auch Anteilseigner der bergrechtlichen Gewerkschaft „Weidenauer Gewerke“. Diese Gewerkschaft bestand also aus mehreren Bergbauzechen, um vermutlich vor Allem Eisenerz abzubauen. Gemeinsam als Kumpel versuchten sie der harten Steinkruste ihre Schätze abzuringen und damit ihr Leben hier zu bestreiten.

Damals wie heute war das Leben hier nicht einfach.
Damals wie heute waren die Menschen hier Nachbarn und Freunde.
Sie halfen sich gegenseitig und feierten zusammen.

Damals wie heute war das Leben nicht ausschließlich aus Natur gegebenen Gründen hart, fordernd und schwierig.
Damals wie heute macht vor allem die herrschende Klasse den Menschen das Leben besonders schwer.

Für unseren Friedrich war es vor Allem der Aristokrat Wilhelm Hyacinth von Nassau-Siegen, Fürst zu Oranien und Nassau-Siegen. Seine despotische Herrschaft in Siegen war von Verschwendung, exorbitanter Besteuerung, Willkür und Grausamkeit geprägt.

Es kam zu Unzufriedenheit und Aufständen hier und in der Region. Dennoch erließ Wilhelm Hyacinth am 8. November 1706 ein Edikt, wonach jedem, der die neuen, exorbitanten Steuern nicht zahlen wollte, der Kopf abzuschlagen sei.

Trotz dieser unmenschlichen Drohung gingen die mutigen Aufstände gegen seine Herrschaft weiter.

Unser Friedrich kämpfte gemeinsam mit den Anderen gegen die finanziellen Belastungen. Er sah die Ursache in der Misswirtschaft des Fürsten. Es gab mehr und mehr Proteste und Steuerstreiks.

Der für Wilhelm Hyazinth schmerzhafteste Widerstand war die Verweigerung der Bürgerinnen und Bürger seine gigantischen Steuern zu bezahlen und dass unser Friedrich die zwei folgenden Dinge tat:

  • Erstens, reichte er eine schriftliche Beschwerde beim Wiener Reichshofrat ein.
  • Zweitens, reichte er eine weitere, schriftliche Beschwerde beim Chef von Wilhelm Hyazinth ein. Der Chef war Joseph I, Fürst aus dem Hause Habsburg, König von Böhmen, Ungarn und Kroatien und römisch-deutscher Kaiser. Das hatte gesessen!

Also ließ Wilhelm Hyazinth am 26. März 1707, dem heutigen Jahrestag, den mutmaßlichen Anführer der Aufständischen, unseren Friedrich, willkürlich verhaften.

Drei Tage später wurde unser Friedrich, Ehemann und Vater dreier Kinder, im Oberen Schloss von Siegen, ohne jegliche Verhandlung, hingerichtet. Ein schrecklicher Justizmord.

In der Folge diesen Mordes durch Wilhelm Hyazinth, kam es hier zu einem derartigen Volksaufstand, dass der Kaiser Joseph I. sich gezwungen sah eine kaiserliche Kommission einzusetzen.

Die Kommission tagte und führte vier wichtige Entscheidungen aus:

  • Erstens, Wilhelm Hyazinth am 20. April 1707 wurde abgesetzt und war nicht mehr Fürst hier.
  • Zweitens, wurde unser Friedrich feierlich beigesetzt.
  • Drittens, wurde die Unschuld unseres Friedrichs bestätigt und sein Ansehen wieder hergestellt.
  • Viertens, musste Wilhelm Hyazinth eine lebenslange Ehrenschuld erbringen, also eine hohe, lebenslange Rente für Friedrichs Familie, also seine Frau Katarina und ihre drei Kinder aufbringen.

Aber unser Friedrich Flender vor der Hardt, Ehemann, Vater, Kumpel, Nachbar und Freund, blieb tot.

Warum gilt unser Friedrich als eine der wichtigen Persönlichkeiten der Geschichte der Stadt Siegen?

Sicherlich ist das Organisieren eines Aufstandes im kargen, friedfertigen Siegerland eine besondere Leistung. Es wird allerdings nur vermutet, dass er der Anführer des Aufstandes war. Bestätigt sind seine oben genannten schriftlichen Beschwerden. Offensichtlich ist der Mord ohne Verhandlung eine unglaubliche menschliche Tragödie.

Reicht uns das, um ihn zur wichtigen Persönlichkeit zu machen?

Für mich ist unser Friedrich eine wichtige Persönlichkeit der Stadt Siegen, des Ortsteils Weidenaus und vor Allem unserer Nachbarschaft, weil er uns hier in seinem Gedenken zusammen kommen lässt. Gerne auch nächstes Jahr wieder.

Wenn wir nun den Kranz niederlegen und die Kerze entzünden, dann lasst uns daran denken, dass unser Friedrich nicht alleine war. Er hat mit den seinen und der Nachbarschaft gelebt, geschafft und gefeiert.

Er hat die Ungerechtigkeiten seiner Zeit erkannt und sich dafür eingesetzt, in Schrift und Tat.

Er hat sich, gemeinsam mit Anderen, so verhalten, dass die herrschende Klasse nicht mehr ungerecht regieren konnte, sondern reagieren musste.

Also, lasst uns gemeinsam leben, schaffen und feiern, so wie es unser Friedrich mit den Menschen hier damals tat.

Lasst uns gemeinsam leben, schaffen und feiern, so wie es in vielen und abervielen Jahren hier noch getan werden soll.

Friedrich Flender vor der Hardt, für dich und für die Aufständigen, legen wir nun einen Kranz nieder und entzünden dir eine Kerze.


Wenn dich Nachbarschaftsaufbau interessiert, werde Mitglied und erhalte entsprechende Informationen über Gelegenheiten im Vorfeld – und bald setzen wir gemeinsam das Gute Leben für alle in Nachbarschaften und der Gesellschaft um!

Kontaktiere uns unter: fausi(minus)kontakt(A)fau(punkt)org

Workshop Organizing

Aus aktuellem Anlass und im Rahmen unserer Bildungsarbeit fand heute ein Workshop zum Thema „Organizing in Betrieben“ statt. Um uns direkt in das Thema und die Aktion einzuarbeiten, bekamen wir wertvolle Hilfe von Lucien. Lucien ist eine aktive und erfahrene Organizerin und in der FAU Köln organisiert. Unter Anderem hat Lucien beim „Bornheim Streik“ mitorganisiert.

Falls du vor Neugierde zu den Inhalten von Luciens „Organizing in Betrieben“ Workshop fast platzt, es gibt inhaltliche Überschneidungen und Erklärungen im Podcast Klassenfrage. Das Organizing ist auch für Stadtteilarbeit anwendbar.

Wir danken Lucien für den spannenden und lehrreichen Tag!


Wenn dich solche Bildungsarbeit interessiert, werde Mitglied und erhalte entsprechende Informationen und Einladungen über solche Gelegenheiten im Vorfeld – und bald setzen wir das Gelernte für bessere Arbeitsplatzbedingungen gemeinsam um!

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Kinderbücher vorlesen (Feministische Aktionswoche)

Am Samstag, den 24.02.2024 laden wir Kinder und Eltern ab 14:30 in die Buchhandlung Bücherkiste ein.

Gemeinsam für die „Feministische Aktionswoche“ mit IFC, FAU und Bücherkiste haben wir eine Auswahl an feministischen Büchern, die wir den interessierten Kindern vorlesen. Zuerst Lesen wir für die Jüngsten vor, denn die müssen erfahrungsgemäß zuerst ins Bett.

Um Anmeldung wird gebeten: fausi23[ät]fau[punkt]org

Beispielhaft ein paar mögliche Buchvorlesungen:

  • „Ella Piratella“: Wie ein Piratenmädchen zur Kapitänin der gefürchteten Schwarzen Mamba wird.
  • „Julian feiert die Liebe“: Die Abenteuer zweier Kinder, die eine Hochzeit besuchen.
  • „Zogg“: Zuerst hilft die Prinzessin den Drachen bei ihrer Prüfung, dann überzeugt sie sie und den Ritter mit ihr um die Welt zu fliegen und den Menschen zu helfen.
  • „Sigurd und die starken Frauen“: Manche Wikinger-Männer möchten auch mit ihren Frauen auf Beutezug gehen.
  • „Wilma Wolkenkopf“: Ein Kind mit Mut, Fantasie und übersprudelndem Herzen lernt, dass in allem, was uns ausmacht, ein Schatz zu finden ist.
  • „Malala Yousafzai“: Ihr beeindruckendes Leben.
  • „Einzigartig“: Ein Puzzlestück dazu zugehören, indem es so bleibt wie es ist.
  • „Vielleicht“: Eine Geschichte über die unendlich vielen Begabungen von jedem von uns.
  • „Der Schwan“: Das Leben der Anna Pawlowa.
  • „Ein klein wenig anders“: Ein Freund erkennt das Besondere in einer bunten Wolke unter vielen grauen Wolken.
  • „Mensch, Oma!“
  • „Das Nein-Horn“
  • Weitere Vorschläge werden gerne angenommen: fausi23[ät]fau[punkt]org

Für einen tollen Nachmittag bieten wir auch eine kleine Auswahl an Getränken, Kuchen und Sitzkissen. Es dürfen auch weitere Getränke, Essen und Kissen mitgebracht und geteilt werden.

Die Organisator*innen können sich eine regelmäßige Wiederholung der Veranstaltung vorstellen. Bei Fragen zum Mitmachen: fausi23[ät]fau[punkt]org


Dieser Veranstaltung ist Teil der feministischen Aktionswochen 2024 „Feminismus heisst Perspektive schaffen!“: